Schiffswracks
Am Boden der Gewässer rund um die irische Insel liegen über 15.000 große und kleine versunkene Schiffe. Einige sind reich an Legenden, andere bedeuteten den Verlust vieler Leben. Mindestens eines der Wracks erzählt Sagen von bedeutenden versunkenen Schätzen. Jedes der Schiffe unter den Meereswogen hält seine eigene Geschichte bereit.
Die spanische Armada
1588 sandte die spanische Armada von Philipp II. von Spanien 130 Schiffe aus, um in England einzudringen und Königin Elisabeth I. zu stürzen. Nach einer Reihe von Rückschlägen wurde die spanische Flotte in der Schlacht von Gravelines jedoch besiegt. Als die Schiffe über den Nordatlantik nach Spanien zurückkehren wollten, kamen sie vom Kurs ab und wurden von heftigen Stürmen nach Irland abgetrieben. Bis zu 24 Schiffe der Armada erlitten an der felsigen Küste vor Antrim im Norden bis Kerry im Süden kläglich Schiffbruch. Drei der größten Schiffe sanken bei Streedagh Strand, in der Nähe des Leuchtturms St John’s Point, County Donegal, an der Küstenstraße Wild Atlantic Way. Einige Überlebende konnten nach Schottland fliehen, wurden aber hingerichtet, da Irland damals noch unter britischer Regierung stand. Angesichts der dunkelhaarigen, braunäugigen Kinder im Westen und Norden Irlands kann man aber davon ausgehen, dass einige Matrosen überlebt haben und ein gutes Leben führten!
RMS Lusitania
Einen Schiffbruch jüngerer Zeit erlitt die RMS Lusitania, die von einem deutschen U-Boot am 7. Mai 1915 torpediert wurde. Trotz der Bemühungen der Leuchtturmwärter und Besatzungen von Galley Head und Kinsale in County Cork versank einer der größten und schnellsten Luxusliner der Welt in nur 18 Minuten und hatte den Tod von 1.198 Menschenleben zu beklagen. Das Schiffswrack der Lusitania liegt bei 51°25′N 8°33′W und circa 18 km südlich von Galley Head rund 91 Meter unter dem Meer.
Auch Schiffbrüche gewähren Einblick in eine Zeit, in der andere Werte hochgehalten wurden und den Fernhandel sicherten. 1890 kenterte eine Ladung mit konserviertem Fisch, 1897 sank ein Schiff mit einer Ladung Porzellan und 1915 verschwand ein Schiff mit einem Bauch voll Melasse.
Papageien und verlorenes Gold
Zum Teil lesen sich die Schiffbrüche wirklich wie eine Geschichte aus Hollywoods Studios. 1812 erlitt die HMS Saldanha Schiffbruch. Der einzige Überlebende war der Schiffspapagei, der ein silbernes Halsband mit dem Namen des Schiffes trug. Diese Katastrophe führte zum Bau des Leuchtturms auf Fanad Head. Im Jahr 1917 wurde das Schiff der britischen Marine, die SS Laurentic, durch zwei Minen am Eingang des Meeresarmes Lough Swilly in County Donegal zum Untergang gebracht. Die geheime Fracht bestand aus 3.211 Goldbarren im Wert von insgesamt 5 Millionen Pfund (umgerechnet heute über 410 Millionen Euro). Bei idealen Bedingungen kann man sogar zum Schiffswrack tauchen. Und vielleicht nach den 22 Goldbarren suchen, die bis heute nicht gefunden wurden …
Der nordirische Ursprung der Titanic
Von allen legendären Schiffen, die ein katastrophales Schicksal ereilte, ist die RMS Titanic wohl das berühmteste. Sie sank zwar nicht in der Nähe eines der Great Lighthouses of Ireland, war aber ein Produkt der Glanzzeit des Schiffsbaus in Belfast und machte ihre ersten Testfahrten auf See in den Gewässern rund um den Leuchtturm St John’s Point, County Down. Zu ihrer Jungfernfahrt passierte sie den Leuchtturm Blackhead in County Antrim. Die Geschichte der Titanic ist im beeindruckenden interaktiven Titanic Museum in Belfast, Nordirland, festgehalten.
Schiffswracks sind Garanten für spannende Geschichten. Sie regen unsere Fantasie an, schaffen Legenden und Balladen und lassen uns zu Heerscharen an die Küste strömen in der Hoffnung, einen Einblick in ihre Vergangenheit zu erhaschen.
Erfahren Sie mehr über die Bedeutung der Leuchttürme in der Hochseenavigation und über die Menschen, die die Leuchtfeuer aufrechterhielten.